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Am 08.04.2019 ging es für die 24 SchülerInnen des Biologie-Leistungskurses Q1 für zwei Tage zum „Heiligen Meer“. Doch was ist das „Heilige Meer“, wo liegt es und was macht man eigentlich da? Warum fährt der Biologieleistungskurs dorthin und nicht die Religionskurse?

Das Museum für Naturkunde des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe unterhält im äußersten Norden von NRW am Rande des seit 1930 bestehenden Naturschutzgebietes „Heiliges Meer“ ein Bildungs- und Forschungszentrum (https://www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de/de/heiliges-meer/). Dort werden für alle naturkundlich Interessierten ganzjährig ein- und mehrtägige Kurse angeboten. Übernachten kann man mitten im Naturschutzgebiet in der Forschungsstation und auch für die Verpflegung ist durch einen lokalen Restaurantbetrieb gesorgt. Der Name „Heiliges Meer“ leitet sich vermutlich nicht von „heilig“ sondern von „hillig“ ab, was soviel bedeutet wie „schlimmes Bruchmeer“, da sich die Gewässer dort durch plötzliche Erdabsenkungen gebildet haben.

Seit vielen Jahren nutzt das Gymnasium Kerpen mit seinen Biologie Leistungskursen im Rahmen des Kursthemas „Ökologie“ dieses gewinnbringende Angebot, bei dem täglich mehrstündige, intensive Arbeiten in der Natur möglich sind.

Unmittelbar nach der Ankunft in der Station ging es sofort los. Kaum jemand hatte gleich zu Beginn einen 5 km „Marsch“ über Wiesen und Zäune, bepackt mit diversen Gerätschaften erwartet. Es wurden Wasserproben von unterschiedlich belasteten Gewässern und an Grundwasserentnahmestellen genommen und diese vor Ort chemisch untersucht. Abends im Kursraum erfolgte die vergleichende Auswertung.

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Am zweiten Tag hieß es dann, alle in die Boote und raus auf den See zur Wasserbeprobung. Bei den Booten handelte es sich um Ruderboote und die einzige Ansage des betreuenden Wissenschaftlers war: „Da hinten seht ihr eine Boye. Das ist unser Ziel und nun pullt“ (pullen ist ein Begriff der Seemannssprache und bedeutet so viel wie rudern). Nach einigen „Orientierungsfahrten“ (umgangssprachlich: Irrfahrten aufgrund des kräftigen Gegenwindes und der durch die gerade nicht rudernden Mitfahrer wohlgemeinten Tipps, wie man ein solches Boot zu steuern hat, um es auf Kurs zur Boye zu halten) erreichten letztlich doch alle das Ziel und die Untersuchungen konnten durchgeführt werden. Später in der Station erfolgte dann gemeinsam die Auswertung der gewonnen Messwerte.

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Am letzten Tag wurde dann noch das Phytoplankton des Sees untersucht. Dabei handelt es sich um mikroskopisch kleine Lebewesen, die für die Fotosynthese in diesem Ökosystem verantwortlich sind. Unter dem Mikroskop wurden diese Organismen erst sichtbar und die Schülerinnen und Schüler staunten nicht schlecht über die Formenvielfalt dieser Lebewesen.

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Abgetaucht? Natürlich ist kein Boot gekentert, niemand ging schnorcheln. Aber irgendwie sind wir doch abgetaucht und haben den Schulalltag in Kerpen für kurze Zeit hinter uns gelassen. Viel zu schnell -da war sich der Kurs einig- musste der Heimweg angetreten werden. Die gemeinsame Zeit mit viel Gelegenheit freilandökologisch praktisch zu arbeiten, werden die Schülerinnen und Schüler sicher noch lange in guter Erinnerung behalten.

Jutta Kölsch und Dr. Marko Spieler