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„Wir dürfen das Thema wirklich selbst aussuchen? Und wir setzen uns selbst Ziele? Und es ist wirklich so, dass wir in der Gruppe selbst organisieren, wer welche Aufgabe übernimmt? Und … wir dürfen ernsthaft an den Sachen arbeiten, die uns Spaß machen??“

Solche und andere erstaunte Fragen der SchülerInnen hörten wir oft, wenn wir in den letzten Wochen unsere neue Projektzeit in den Klassen vorgestellt haben. Erst sind die Kinder meist euphorisch, wenn wir all diese Fragen mit Ja beantworten, doch schnell spürt man auch den Respekt, den die SchülerInnen vor dieser Aufgabe haben.

In der Projektzeit erhalten die Kinder die Möglichkeit, im Sinne einer wertschätzenden und neigungsorientierten Pädagogik, Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen, diesen zu reflektieren und immer wieder anzupassen. Dazu bedarf es einer klugen, weitsichtigen Planung, einer gleichberechtigten Kommunikation und angemessener Konfliktbewältigungsstrategien. Alles Kompetenzen, die man später in den höheren Jahrgangsstufen, auf der Universität oder im Berufsleben braucht.

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Die SchülerInnen der 5. Klassen starten mit dem Projekt „Meine neue Schule“, in der 6. Klasse ist die Themenwahl schon freier; hier werden zum Beispiel Projekte mit dem Titel „Mein Star“ oder auch „Alles rund ums Wasser“ durchgeführt. Da jeder für sich entscheiden kann, was an dem Thema ihn oder sie interessiert, können die SchülerInnen, die Felder wählen, in denen sie besonders begabt sind und erleben sich so als Könner/-in. Solche schlummernden Talente werden daher nicht nur gefördert, sondern oft überhaupt erst für die Klassenöffentlichkeit sichtbar. So gewinnen viele Kinder an Selbstbewusstsein. Darüber hinaus sollen die Projektergebnisse der Schulöffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Geplant ist daher ein regelmäßiger Termin, an dem auch Eltern und Bekannte sich die Ergebnisse anschauen können.

Projektzeit6 2019 11 06 Projektzeit5 2019 11 06

Zwei besondere Formen der Projektzeit stellen der Science Club und die Kombination von Musik und Kunst (MuKu) dar. Beim Science Club erhalten naturwissenschaftlich begabte und interessierte SchülerInnen die Chance, projektorientiert spannende Phänomene rund um die Naturwissenschaften zu erforschen und zu entdecken; und dies endlich einmal fernab von Termindruck und Lehrplanvorgaben.

Bei MuKu überwinden unsere SchülerInnen gemeinsam mit den LehrerInnen die Fächergrenzen und schaffen es so, starre Denkmuster zu durchbrechen und unterschiedliche Talente in die Gruppe einzubringen. Die musischen und künstlerischen Begabungen erfahren so eine große Wertschätzung.

Wir sind schon sehr gespannt, wie die ersten Projektergebnisse aussehen werden und freuen uns darauf, den Weg mit unseren neugierigen, offenen und interessierten SchülerInnen weiterzugehen. Wer weiß, vielleicht tauchen die eingangs zitierten Fragen bald gar nicht mehr auf, weil solches Arbeiten für die Kinder selbstverständlich geworden ist.

Dominik Kemper