Wanderausstellung Erasmus 2020 02 11 

Ein halbes Jahr nach dem Abschluss lebt unser Erasmus+ Projekt zur Integration von Minderheiten und Benachteiligten weiter.

„Warum? Wir haben nichts getan! - In einer Nacht haben sie 14.000 Sintize und Romnja vernichtet und wir wussten nicht, was davor oder danach passiert war.“ Als Nedjo Osman, Schauspieler, Dichter und Leiter des TKO-Theaters mit eindringlichen Worten das unfassbare Geschehen in Auschwitz als Performance darstellte, wurde es im Publikum des Roten Salons im Rom e.V. plötzlich unheimlich ruhig. Seine Wörter klangen wie ein Echo in den Saal und es schien, als ob sie das Publikum paralysierten.

Wanderausstellung1 Erasmus 2020 02 11  Wanderausstellung2 Erasmus 2020 02 11

Die Gäste waren ziemlich bedrückt und es flossen Tränen. Auch die Erasmus+ Projekt-Schüler Yannic, Anastasia und Melina waren sehr bewegt, als sie am 30. Januar 2020 im Rahmen des Themenabends des Kölner Vereins Rom e.V. über ihre Erfahrungen mit Roma in Ungarn und in Deutschland sprachen. Sie präsentierten einen Teil der Ausstellung „Auch wir sind Europa“ (2016-2019), die großformatigen Fotos ungarischer Roma, eines lebendigen und kämpferischen Volkes. Alle Bilder entstanden während einer Erasmus-Mobilität und wurden mit Hintergrundinformationen und kurzen Lebensläufen ergänzt.

Alle waren sich einig: „Wir konnten uns sprachlich nicht verständigen, aber irgendwie haben wir uns doch verstanden“. Als Anastasia ihre Rede mit den Worten: „Ich habe mich in Ungarn verliebt“, beendete, löste sie einen Applaus und Freude in den Gesichtern des Publikums aus. Das war ein Bild der Hoffnung und der Zuversicht, welches nicht zuletzt zeigt, dass die Jugend von heute in der Lage ist, den Rassismus zu bekämpfen.

E. Löwe-Lopez, H. Akcicek und D. Riediger