Howard Hanson? – Kenn ich nicht. Walt Whitman? – Nie gehört. – Kölner Philharmonie? – Keine Ahnung. Lust zu singen? – Ja, warum nicht?

Mit vielen Fragezeichen, aber auch jeder Menge Neugier stürzten sich 10 SchülerInnen der Klasse 6.3 im letzten Dezember ins Abenteuer. Seitdem treffen sie sich einmal wöchentlich abwechselnd mit dem Leiter des Bachchores Köln, Herrn Thomas Neuhoff, oder mit der Referendarin Anna Nicinski und proben den „SONG OF DEMOCRACY“. Dieses Stück wurde von dem amerikanischen Komponisten Howard Hanson Mitte des letzten Jahrhunderts komponiert. Ihm zugrunde liegt ein Gedicht, das der amerikanische Dichter Walt Whitman vor ca. 140 Jahren zur Eröffnung einer Schule verfasst hat. Whitman fragt darin, worum es in der Schule eigentlich geht. Langweiliges Buchstabieren, Rechnen und Schreiben? Weit gefehlt, so seine Antwort. Schule – das sind die leuchtenden Augen junger Menschen, die voller Erwartung in die Zukunft blicken, Schule – das ist ein riesiges Schiff, das auf seiner Fahrt alle wichtigen Werte – vor allem die Demokratie – in die Welt hinaustragen kann! Entsprechend großartig ist die Musik – und schwer die einzelnen Stimmen.

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Tapfer eignen sich die SchülerInnen, die mit wenigen Ausnahmen noch nie vorher in einem Chor gesungen haben, Takt für Takt die Altstimme an und müssen dabei viele Hürden meistern: den schwierigen englischen Text lernen, ihre Stimme halten, auch mal allein oder zu zweit vor der Gruppe singen, dirigieren und immer wieder die Anfangstöne finden und mitzählen.

Aber alle Anstrengung hat ein lohnendes Ziel: Am 28.04.2020 werden sie mit rund 80 anderen SchülerInnen aus NRW und noch einmal so vielen SängerInnen des Bachchores und dem Gürzenich-Orchester auf der Bühne der Kölner Philharmonie stehen und den ZuhörerInnen zeigen, was sie alles gelernt haben.

Friederike Heine (Text)
Bernd Woidtke (Foto und Video)