Corinto Sponsored CleanUp 11 17 20

Littering Street Art, Plogging oder wie auch immer – überall in der Welt gehen Menschen vor die Tür, spazieren oder laufen und sammeln Müll. Wir vom Corinto-Klima-Projekt haben uns dazu etwas ausgedacht: Sponsored CleanUp. SchülerInnen suchen Sponsoren, die sie für ihr Engagement beim Müllsammeln unterstützen. Ganze Klassen sammeln rund um unsere Schule Müll, der dann gewogen, gezählt und gemessen wird. Handschuhe und Müllsäcke stellen die Stadtwerke. Und mit den Spenden unterstützen wir Klimaschutzaktionen in Nicaragua.

Gewonnen haben die Schule und ihre Umgebung, denn die SchülerInnen haben containerweise Müll gesammelt, der die Natur verschandelt. Über 1.000 Zigarettenkippen kamen zusammen, die extra berechnet wurden – denn eine Zigarettenkippe kann bis zu 4000 Liter Grundwasser verseuchen und gilt damit als besonders gefährlich. Ein Tisch, ein Zelt, Reifen wurden angeschleppt. Und unzählige, wirklich unglaublich viele Einwegverpackungen aus umliegenden Schnellrestaurants, die leider in den Restmüll gehören. Schockierte Gesichter bei den ProjektbetreuerInnen, denn damit hatten auch wir nicht gerechnet.

Gewonnen haben hoffentlich auch die MüllsammlerInnen. Alle, die dabei waren, haben ihre Sache sehr ernsthaft gemacht. Insgesamt 10 Klassen haben die ca. 50 Minuten zum Sammeln intensiv genutzt. Der Müll wurde möglichst genau sortiert, immer wieder kam die Frage: „Und wohin kommt das?“. Pfandflaschen wurden beiseite gestellt, alles andere kam in die passenden Container. Danke, liebe SchülerInnen! Es ist uns nicht gelungen, die beste Klasse herauszufinden: Die einen hatten viele schwere Teile, die anderen hatten viele Zigarettenkippen, eine dritte Klasse sortierte perfekt. Alle haben Hervorragendes geleistet!

Gewonnen haben unsere Partner in Corinto/Nicaragua, denn von den überwältigenden Spenden können wir in der kleinen Hafenstadt am Pazifik etwas bewegen. Danke, liebe Eltern, Nachbarn und FreundInnen! Noch während des ersten Tages erreichen uns zahlreiche Nachrichten und Fotos. Der Hurrikan Eta, Kategorie 4, nähert sich Nicaragua von der Atlantikseite aus. Zahlreiche Küstenbewohner werden evakuiert, nur wenige Menschen kommen zu Schaden. Aber als der Hurrikan in Corinto ankommt, halten auch hier einige der kleinen Häuser aus Wellblech und Holz den Kräften nicht Stand. Und heute, knapp 14 Tage später, hat sich der nächste Tropensturm auf den Weg gemacht. Auch Iota, der 31. Tropensturm in diesem Herbst, entwickelt sich zum Hurrikan. Für die Pazifikregion wird mit Starkwellen und Überschwemmungen gerechnet.

Unsere Euphorie ist ein wenig gebremst, aber eins bleibt klar: Wir können unsere Partner im Globalen Süden nicht alleine lassen mit den Folgen des Klimawandels. In Zeiten der Pandemie ist es nicht immer einfach, unser Projekt zu organisieren, aber wir machen weiter.

Uschi Zöller