Plastik

Kerpen. Manch einer hat das Phänomen vielleicht schon im Urlaub am Meer entdeckt: Plastik, schwimmend im Meer, zwischen bunten Handtüchern liegend oder einfach mal neben die Mülltonne geworfen. Doch die Wenigsten fragen sich, woher der Plastikmüll kommt und woran es liegt, dass er in unseren Meeren schwimmt. Das Problem: Plastik zersetzt sich nicht wirklich gut, eine Plastiktüte braucht 450 Jahre, um sich komplett zu zersetzen, eine Angelschnur sogar 600 Jahre. Ein Apfelgehäuse braucht im Gegensatz dazu nur zwei Monate, genauso ein Pappkarton. Der Grund für so viel Müll im Meer sind wir Menschen. Man muss nur in einen Supermarkt gehen, um Unmengen an Plastik zu entdecken. Die Palette an aus Plastik produzierten Dingen ist groß: Wattestäbchen, Strohhalme, Einweggeschirr und noch vieles mehr. Viel schlimmer sind jedoch in Plastik eingeschweißte Gurken, einzeln verpackte Paprikas oder ein Orangen-Vorteilspack in einem Plastiknetz.

Daraus stellt sich mir die Frage, ob es wirklich so schwer ist, gänzlich auf Plastik zu verzichten oder den Konsum wenigstens ein wenig zu reduzieren.

Das Erstaunliche ist, dass es schon einige Alternativen zu Kunststoffverpackungen gibt. Hinzu kommt, dass nur wenige wissen, dass in unzähligen Kosmetika Mikroplastik enthalten ist. Dieses kann aber vermieden werden, indem man Stückseife anstelle von Flüssigseife mit Mikroplastik benutzt, dieses ist besonders gefährlich für die Umwelt, weil es durch unser Abwasser ins Meer gelangt und sich dort nicht weiter zersetzt. Es gibt aber weitaus mehr Alternativen, ob Bambuszahnbürsten, Strohhalme aus Glas, Edelstahl oder sogar Bambus, oder einfach Stoffbeutel. Die Auswahl ist groß. Aber warum verwenden wir immer noch Plastikstrohhalme oder verpacken selbst Zitronen in Plastik? Der Grund ist eigentlich einleuchtend: Wir beschäftigen uns einfach viel zu wenig mit dem Thema und wissen auch oftmals über die umweltfreundlichen Alternativen nicht Bescheid.

Mittlerweile gibt es auch schon sogenannte „Unverpackt-Läden“, in ihnen können sich Kunden Produkte eigenständig beispielsweise in Glasbehälter abfüllen, ohne dabei die unnötige Plastikverpackung mitzukaufen. Vielen ist auch oft nicht bewusst, dass man für jede beliebige Plastikverpackung auch indirekt Geld bezahlt und dass somit die Produkte in diversen unverpackt Läden günstiger sind.

Doch was das Thema Kosmetik und Plastik angeht, wird es schon schwieriger. Die meisten Kosmetika sind entweder in Plastik eingeschweißt, verpackt, oder sogar auch beides. Zweitens ist in sehr vielen Kosmetika sogenanntes Mikroplastik enthalten, dies ist, wie bereits oben erwähnt, mit am gefährlichsten für unsere Umwelt.

Der durchschnittliche Verbraucher mag sich jetzt wohl fragen, was er denn überhaupt noch kaufen soll und kann. Grundsätzlich kann man sagen, dass man in erster Linie darauf achten sollte, dass ein Produkt möglichst wenig, oder im besten Fall gar keine Plastikverpackung haben sollte. Um hingegen Produkte mit Mikroplastik erkennen zu können, reicht schon ein Blick auf die Zusammensetzung eines Produkts.

Mikroplastik kann man unter anderem an den Bezeichnungen „Polyethylen (PE)“, „Polypropylen (PP)“, Polyethylenterephthalat (PET)“, „Nylon-12“, „Acrylates Copolymer (AC)“, oder „Acrylates Crosspolymer (ACS)“. Doch wem dies zu viel Aufwand ist, kann sich auch eine App installieren( beispielsweise „Codecheck“, oder „ToxFox“), mit der man das jeweilige Produkt scannen kann und einem dann gezeigt wird, ob Mikroplastik enthalten ist.

Wiktoria Wolaniuk (9.1)