Entführung für Anfänger 2020 10 29

Kapitel 7: Eine Lösung in Sicht?

Und schon diskutierten alle der Entführer miteinander und quasselten wie verrückt. „Wollen Sie mich denn noch bis Ostern mit ihrer blödsinnigen Diskussion nerven?“ entrüstete er sich. „Eine Überlegung wäre es doch schon wert. Danke für den unabsichtlichen Tipp! Obwohl, ich glaube ein Lösegeld wäre dann doch angebrachter. Oder was meint ihr?“, fragte er in die Runde. Und alle gaben ihre Stimme ab. „Vorschlag einstimmig angenommen!“, notierte eine der Personen. „Wir sind hier nicht im Bundestag! Also lass das dämliche dokumentieren!“, rief ein anderer. „Aber, wie viel Lösegeld wollen wir denn für ihn verlangen? Ich meine er spielt nur in der Regionalliga.“, überlegte jemand. „Wie wäre es mit 1,5 Millionen €?“ überlegte der eine. „Du Hornochse!“ schrie ein anderer, „Das ist doch nur ein Regionalligaspieler und kein Bundesligaspieler! Der ist doch nur nen Appel un ´n Ei wert! Für den zahlen die doch höchstens 50.000€. Aber mehr nicht“ „Dann verlangen wir eben 50.000€.“, meinte einer und alle stimmten zu.

Drei Tage später kam der Erpresserbrief auch schon im Vereinsheim an. Kopfschüttelnd las Bernd die Zeilen. Kurz darauf, waren die Polizisten schon vor Ort. „Wir würden den Brief dann zum LKA bringen, die werden dann analysie-ren von wem der Brief geschrieben wurde. Und ob sich Fingerabdrücke oder DNS-Spuren finden lassen.“, erklärte der Polizist. „Ich denke wir sollten das Lösegeld bezahlen. Ich will nicht, dass Maxi noch weiter bei den Entführern verweilt,“ machte Bernd klar. „Aber was, wenn wir das Lösegeld bezahlen, aber Maxi nicht freigelassen wird? Und wann und wo soll das Ganze passieren?“ überlegte Hansi. Bernd erklärte, dass sie das Geld in einem Koffer um 17:50 Uhr am Eingang zum Aachener Zoo ablegen sollten. Maxi würde dann am nächsten Tag wieder zum Training erscheinen. Gegen 17:45 Uhr waren Bernd, Hansi und einige Polizisten in Zivil, versammelt. Bernd ging vorsichtig zum Eingang und legte den Koffer ab. Kurz darauf, kamen zwei Personen zum Eingang und nahmen den Koffer mit. Sofort nahmen die Polizisten die Verfolgung auf. Wenige Minuten später kamen die Polizisten mit den Verbrechern wieder zurück. Auf der Polizeiwache wurden die Entführer sofort, verhört. Sie gaben zu, Maxi entführt, zu haben, wollten aber nicht verraten, wo sie Maxi finden würden. Und damit, hatten die Verbrecher eigentlich schon verraten, dass sie das Geld behalten und Maxi nicht freigelassen hätten. Das hatten die Polizisten aber auch schon bemerkt.

Am nächsten Tag: Weihnachten. Aber ohne Maxi. Das war für alle ein trauriger Moment, denn sonst war Maxi jedes Weihnachtsfest der, der für das leckere Essen zuständig war. Trotzdem feierten alle miteinander. Sogar Bürgermeister Marcel Philipp war da.

Kapitel 8: Ein kleiner Lichtblick

Am nächsten Tag kam eine außerplanmäßige Postsendung des DFB im Vereinsheim an. Das DFB-Schiedsgericht hatte entschieden, dass das Pokalspiel von Alemannia Aachen gegen den FC Bayern München auf den 31. Dezember verschoben wurde. Außerdem, so schrieb der DFB, wollte er eine 2.000€ schwere Belohnung für sachdienliche Hinweise zum Standort von Maxi Braun oder zu den Tätern aussetzen. Sofort rief Bernd eine außerplanmäßige Sonderkonferenz ein. Alle freuten sich über die Verlegung des Spiels. Danach wurde eine Überprüfung der Vereinskasse eingeleitet. Nach drei Abstimmungen einigte die Mannschaft sich auf eine Aufstockung der Belohnung um 500€.

Plötzlich kam der Bürgermeister in den Raum gestürmt. Er rief, dass im Rathaus ein weiterer Erpresserbrief angekommen wäre, der an den Stadtrat und den Bürgermeister adressiert sei. Diesmal forderten die Entführer 75.000€. Und so wiederholte sich die ganze Übergabeaktion noch einmal. So bekamen die Fußballer das Lösegeld wieder und die Polizisten bekamen zwei neue Zellenbesucher. Kurz darauf wurden alle Entführer, die bereits festgenommen wurden, nacheinander verhört. Nur wollten alle der Verbrecher keine Angaben zu irgendetwas machen. Und kein einziger bekannte sich schuldig. Selbst die Polizisten wurden dadurch sehr verwundert. „Vier so uninformierende Verhöre hatten wir hier noch nicht. Und dann alle noch innerhalb von 24 Stunden. Das ist sehr, sehr, sehr ungewöhnlich,“ erklärten die Polizisten sehr verwundert. „Also das habe ich ja jetzt verstanden. Aber ich möchte gerne mehrere Sachen wissen: 1. Wo ist Maxi? 2. Wie geht es Maxi? 3. Wann kommt Maxi wieder zurück oder wann werden wir ihn wieder abholen können? Und 4. Wann werden Sie die Entführer denn endlich verhaften? Ich bin wegen der ganzen Aktion zurzeit sehr, sehr gestresst. Durch oder seit seinem Verschwinden fühle ich mich sehr stark unter Druck gesetzt,“ regte sich Hansi zum Erstaunen aller anderen auf. Nach einigen misslungenen Erklärungsversuchen der Polizisten verließen Hansi, Bernd, die Mannschaft und der Bürgermeister die Polizeiwache.

Kapitel 9: Eine gute Idee

Einen Tag später hatte Georg beim Training die Idee, dass man eine Zettelsuchaktion starten könnte. So könnte man das Wissen der Gesamten Bevölkerung nutzen. Hansi und Bernd waren sofort von Georgs Idee überzeugt. Ebenso die Polizisten. Sofort entwickelten die Personenfahnder des Polizeipräsidiums ein entsprechendes Dokument.

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Hansi und die Mannschaft waren derweil zu einem Printshop in der Innenstadt gefahren, wo sie die Plakate drucken ließen. Am 28. Dezember waren alle Suchplakate verteilt worden. Allerdings meldete sich niemand bis zum nächsten Tag. Am Morgen kamen Bürgermeister und Polizisten in das Vereinsheim gestürmt und erklärten, dass der stellvertretende Oberbürgermeister der Stadt München gegenüber den Bayrischen Polizisten ein Geständnis abgelegt hatte. Ebenso der Bayrische Landtagsabgeordnete. Im Polizeipräsidium hörten sich alle die Sprachaufzeichnung des Verhörs an. Nachdem alle geduldig zugehört hatten, sagte Georg: „Wie können manche Leute so fußballverrückt sein? Das kann man nicht fassen. Und dann werden auch noch Spieler entführt. Nur wegen eines Fußballspiels! Wie schlecht können manche Menschen denn nur sein?“ „Das geht wirklich überhaupt nicht.“, entrüstete sich Bernd. „Haben die beiden irgendwelche Angaben zu Maxis derzeitigem Standort gemacht?“ erkundiget sich Hansi. „Leider nein, aber heute Morgen haben sich mehrere Dutzend Personen gemeldet. Alle meinten, dass sie einen abgedunkelten Laster gesehen hätten, der in eine Anlage unter dem Starnberger See gefahren ist. Die Kollegen in Bayern sind zurzeit mit dem Stürmen der Anlage beschäftigt. Die sollten sich gleich melden.“, erklärten die Polizisten.

Maximilian Frank (6.7)