Quacklet 26 01 21

Besorgt trat König Adalbertus in den Thronsaal des Schlosses von Helsingsbørg ein und sein Berater Primanius erklärte immer wieder, dass die norwegische Armee und die norwegische Krone, das schwedische Königreich seit der Abdankung von König Dietbert für geschwächt hielten. Adalbertus antwortete mit grinsender Mine: „Wir werden die Norweger umstimmen können! Mit der Macht des Geldes. Bringt mir einen tapferen Jüngling, der das Gold und das Silber zu den Norwegern bringt und ihnen eine Verbündung vorschlägt!“ „Das ist doch nur blödsinnig! Die Norweger werden sicher nicht auf ein solches Angebot eingehen und wenn, dann werden sie sich das Gold und das Silber unter den Nagel reißen und uns trotz allem weiter in die Enge treiben. Das wird und nichts bringen!“, antwortete Quacklet entschieden. „Du hast dich sehr stark verändert! Was ist denn nur mit dir los?“ fragte Königin Gertrud. „Nicht nur ich habe mich verändert!“ antwortete er. „Das ganze Land hat sich seit der Abdankung meines Oheims verändert! Die Bauern bringen weniger Erträge. Das Volk muss mehr Steuern zahlen. Die Bevölkerung ist viel ärmer, als sie es vor deiner Regentschaft war, Adalbertus! Du, nur du allein bist an den schlimmen Zuständen in unserem Land schuld! Du allein!“ „Du bist immer noch traurig, dass dein Oheim nach Grönland geflohen ist,“ erklärte Adalbertus. „So ist es,“ antwortete Quacklet. „Aber für mich bist du doch wie ein eigener Sohn!“, erläuterte er. „Ich fühle mich aber nicht so, wie du es sagst,“ entgegnete Quacklet. „Ach verschieben wir diese Diskussion lieber auf später. Jetzt müssen wir jemanden finden, der das Angebot den Norwegern überbringt und sie von meinem Plan überzeugt,“ lenkte der König ab. „Ich würde mich freiwillig melden!“ rief Gusbert. „Du mein lieber?“, fragte Primanius seinen Neffen überrascht. „Ja! Ich möchte meine Fähigkeiten gerne beweisen,“ erklärte Gusbert. „Und deine Prahlerei ebenfalls!“ spottete Quacklet mürrisch. „Nun denn, wenn du unbedingt möchtest, so darfst du den Auftrag ausführen,“ erklärte der König. „Wenn es nicht funktioniert, dann behauptet nicht, dass ich euch nicht gewarnt hätte!“, rief Quacklet wütend und verließ den Raum

Als er draußen außer Hörweite war machte er seinem Ärger Luft: „Das ist doch wahnsinnig! Die Norweger werden doch nie auf ein solches Angebot eingehen. Und wenn ich so mal überblicke was Adalbertus alles verändert hat, wäre ich lieber mit einer Fledermaus verwandt! Und dass ist ja nicht einmal alles! Es scheint, als würde Odesinia mich vergessen und verlassen haben. Welch ein Grauen!“ Da erschien plötzlich der Geist des Königs Dietbert. „Willst du noch länger hier deine Sorgen beklagen oder hat dieser Monolog auch mal ein baldiges Ende?“ fragte der Geist. „O-O-Onkel d-d-du? Du bist also keineswegs nach Grönland geflohen? Aber weshalb bist du denn jetzt plötzlich ein Geist?“ überstürzte sich Quacklet. „Hättest du nicht so viele Fragen gestellt, wüsstest du es jetzt schon,“ murrte der alte König. „Also, als ich eines Tages mein Mittagsschläfchen hielt, schlich sich Adalbertus still und leise an. Und dann, schüttete er mir ein Mittel Namens Halluxinius ins Ohr. Dieses Mittel verwandelt die Person, die in Berührung mit dem Halluxinius kommt, in einen Geist!“ erklärte der Geist. „Dieser Thronräuber! Ich hätte es wissen müssen, dass er hinter alldem steckt,“ entrüstete sich der Prinz. „Unterbrich mich nicht! Also, ich verwandelte mich so in einen unsichtbaren und körperlosen Geist.“ Da wurde der Prinz aber skeptisch: „Und weshalb kann ich dich dann sehen, wenn du doch eigentlich unsichtbar bist?“ „Ganz einfach mich können alle sehen, die meine Blutsverwandten sind. Und das bist du ja bekanntlich,“ belehrte der alte König. Da verabschiedete sich der alte Geist plötzlich und sagte Quacklet, er sollte versuchen ein Gegenmittel zu finden, Adalbertus zwingen es ihm zu übergeben, den alten König wieder in einen Menschen verwandeln und den unrechtmäßigen König in einen Geist verwandeln.

Da war der Geist auch schon fort und eine Person stürzte von oben zu Quacklet herab. Es war sein alter Freund, Berater und königlicher Erfinder Kreatio. Er sagte, er wäre auf dem höchsten Turm des Schlosses von Helsingsbørg gewesen, um eine neue Erfindung von ihm zu testen. Leider hatte er alles mitgehört und schwur, alles was er gehört habe, keiner Menschenseele zu erzählen.

Derweil waren die Feierlichkeiten zu Adalbertus bevorstehender Verlobung mit Gertrud in vollem Gange. Allerdings sah der König nicht fröhlich aus. „Gefällt es dir denn nicht?“ wurde die Königin aufmerksam. „Doch, doch es gefällt mir,“ antwortete der König. Im Stillen dachte er aber: „Ich muss aufpassen, dass Quacklet nicht herausfindet, wie ich wirklich an den Thron seines Onkels gekommen bin! Sonst würde er versuchen, mich zu verbannen. Ich muss ihn unbedingt aus dem Weg räumen. Und zwar so unauffällig wie möglich!“

Am nächsten Tag machte Gusbert sich auf den Weg nach Oslo. Zu gleicher Zeit, kam Primanius zu Odesinia. „Was ist denn meine kleine?“ fragte er. Seufzend antwortete sie: „Es geht um Quacklet. Ich weiß nicht, was er mir mit seinen Briefen sagen will.“ Sie gab Primanius einen Brief. Dieser laß ihn und rief: „Na, das ist doch klar! Da ist wohl ein Prinz nach dir her. Er liebt dich. Auch wenn aus ihm nie ein Poet werden wird.“ Derweil rief der König die Höflinge Wosencrantz und Guildenherrn zu sich und trug ihnen auf, den Prinzen nach Dänemark zu begleiten, damit er ein bisschen Urlaub machen konnte.

Da kam eine Theatergruppe bestehend aus Kindern mit ihrer Schulmeisterin am Schloss an und Guildenherrn erklärte, dass sie am Abend eine Vorstellung geben würden. Da kam Quacklet die Idee, wie er Überprüfen konnte, ob der Geist die wahre Geschichte erzählt hatte. Er erklärte sich bereit, ein Stück zu schreiben und die Kostüme zu schneidern. Sofort begann er mit dem Schneidern und dem Verfassen des Textes. Am Abend kurz vor der Vorstellung erkundigte er sich noch einmal, ob auch alle ihren Text gelernt hatten. Dann ging er zu seinem Freund und sagte zu ihm: „Kreatio, achte während der Vorstellung bitte auf Adalbertus. Ich habe das Stück selbst zusammengestellt. Wenn er sich ruhig verhält, ist er unschuldig. Wenn er aber völlig aus der Ruhe kommt, ist er schuldig und ist für Onkel Dietberts Verwandlung verantwortlich.“ „Das werde ich machen.“, antwortete er.

Das Stück begann und alle sahen gespannt zu. Auch der König. Aber als die Szene die, die Tat zeigte kam, fuhr der König aus seiner Haut und rang nach Luft. „Hinfort mit diesen Banausen. Lasst sie aus dem Schloss werfen!“ schrie er mit bleichem Gesicht. Sofort lief Quacklet zu Kreatio und sagte: „Hast du gesehen? Adalbertus konnte das nicht aushalten und hat sich so verraten. Der Geist hat also die Wahrheit gesagt.“

- Der zweite Teil folgt bald. -

Maximilian Frank (6.7)