Erasmus+ Zagreb: Building Bridges – Vorurteile hinterfragen, Dialog stärken
12/02/2026
Wie entstehen Vorurteile – und wie lassen sie sich überwinden? Mit diesen Fragen setzten sich unsere Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projekts Building Bridges intensiv auseinander. Die Präsentationen zu diesem Thema wurden bereits in Deutschland vorbereitet und bildeten die Grundlage für Austausch, Diskussion und gemeinsame Reflexion mit den kroatischen Partnerinnen und Partnern.
Die Bedeutung des Themas brachte Maximilian Pantel treffend auf den Punkt:
„Ich fand dieses Thema sehr wichtig zum Debattieren.“
Vorurteile und Klischees zwischen Kroatien und Deutschland
In einer zunehmend vernetzten Welt ist interkulturelles Verständnis wichtiger denn je. Ziel des Projekts war es, Vorurteile und Klischees zwischen Kroatien und Deutschland bewusst zu machen und kritisch zu hinterfragen. Beide Länder sind historisch und gesellschaftlich eng miteinander verbunden – etwa durch Migration, wirtschaftliche Zusammenarbeit oder persönliche Beziehungen. Dennoch halten sich auf beiden Seiten stereotype Vorstellungen, die häufig auf Halbwissen, medialen Bildern oder fehlenden persönlichen Begegnungen beruhen.
Im Mittelpunkt stand die offene Auseinandersetzung mit solchen Zuschreibungen. Die Schülerinnen und Schüler machten deutlich, dass Kroatien weit mehr ist als ein reines Urlaubsland und Deutschland mehr als das Klischee von Strenge und Distanziertheit. Kulturen und Menschen lassen sich nicht auf einfache Kategorien reduzieren.
Ein besonderer Fokus lag auf den Gemeinsamkeiten: Werte wie Familie, Bildung, Engagement und Zukunftsorientierung verbinden beide Gesellschaften stärker, als es auf den ersten Blick scheint. Durch persönliche Perspektiven, Austausch und Dialog wurde deutlich, wie wichtig direkte Begegnungen für gegenseitiges Verständnis sind.
Anti-Rassismus-Debatte und Migration als zentrale Fragestellung
An die Präsentationen schloss sich eine gemeinsame Debatte zwischen kroatischen und deutschen Schülerinnen und Schülern an. Im Zentrum stand dabei die Frage, ob Migration für unsere beiden Länder eher als Chance oder als Problem wahrgenommen wird. Gleichzeitig wurde über Erfahrungen mit Rassismus, Ausgrenzung und Vorurteilen gesprochen.
Samuel Hamponera Torre und Paul Goebel betonten dabei, wie entscheidend es ist, gemeinsam an solchen Themen zu arbeiten und unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Passend dazu hielten sie fest:
„Gerade bei solchen Themen merkt man, wie wichtig es ist, gemeinsam daran zu arbeiten und unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen.“
Einblicke in Innovation: Besuch bei Rimac Automobili
Bereits am Vortag erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in moderne Technologie und Innovation bei einem Besuch der Rimac Factory. Besonders beeindruckend war es zu sehen, wie ein Elektro-Hypercar entsteht – von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zur Endmontage. Für viele wurde hier sichtbar, wie technischer Fortschritt, Nachhaltigkeit und Zukunftsorientierung zusammenkommen.
Emotionen zeigen – Vertrauen schaffen, Brücken bauen
Der heutige Programmtag setzte einen bewussten Schwerpunkt auf die persönliche Ebene. In einem Emotionsworkshop beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage, wie sie sich selbst zeigen: Wie bin ich privat? Wie trete ich öffentlich auf? Welche Gefühle zeige ich offen, welche behalte ich eher für mich?
Durch Übungen zur Selbstwahrnehmung und Reflexion wurden die Schülerinnen und Schüler ermutigt, sich zu öffnen und Vertrauen aufzubauen. Gerade im interkulturellen Kontext wurde deutlich, dass kulturelle Prägungen beeinflussen, wie Emotionen gezeigt werden und wie Nähe entsteht. Der Workshop bot einen geschützten Raum, in dem interkulturelle Zusammenarbeit nicht nur thematisiert, sondern emotional erfahrbar wurde.
Fazit
Building Bridges verband fachliche Vorbereitung, gesellschaftliche Debatte und persönliche Entwicklung auf eindrucksvolle Weise. Ob bei der Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Migration, beim Blick in ein innovatives Unternehmen oder im Emotionsworkshop – stets stand der Mensch im Mittelpunkt.
Echte Brücken entstehen dort, wo Menschen bereit sind zuzuhören, Fragen zu stellen und Vorurteile zu hinterfragen.
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