Tag 2 & 3 – Bedrohte Tierarten und verantwortungsvoller Tourismus
11/06/2026
Das Erasmus+-Programm wurde am Dienstag und Mittwoch mit zwei inspirierenden Tagen fortgesetzt, die der Umweltbildung und dem kulturellen Erbe gewidmet waren.
Am Dienstag besuchten die Teilnehmenden den Zoo Ostrava und nahmen am Workshop „Endangered Species“ teil. Der Zoo Ostrava ist der zweitgrößte zoologischen Garten Tschechiens und beherbergt zahlreiche Tierarten aus verschiedenen Teilen der Welt. Neben der Tierhaltung engagiert sich der Zoo aktiv im Arten- und Naturschutz sowie in der Umweltbildung.
Es gibt derzeit rund 48.000 bedrohte Tier- und Pflanzenarten, die auf der Roten Liste verzeichnet sind – einige davon gibt es im Zoo Ostrava zu sehen. Ursachen für diesen dramatischen Rückgang sind nicht nur der Klimawandel und zunehmende Extremwetterereignisse, sondern vor allem menschliche Eingriffe in die Natur. Durch die Zerstörung natürlicher Lebensräume, Umweltverschmutzung, Wilderei sowie wirtschaftliche Interessen werden zahlreiche Arten in ihrem Bestand gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht.
Im Workshop lernten die Schülerinnen und Schüler die wichtige Rolle von Zoos beim Erhalt der Biodiversität kennen. Moderne zoologische Gärten leisten einen bedeutenden Beitrag zum Artenschutz, indem sie bedrohte Arten züchten, Forschungsprojekte unterstützen und das Bewusstsein der Öffentlichkeit für den Schutz von Tieren und ihren Lebensräumen stärken.
Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war das Thema verantwortungsvoller Tourismus. Da die Erasmus-Teilnehmenden selbst viel reisen, wurde ihnen vermittelt, welchen Einfluss touristisches Verhalten auf den Artenschutz haben kann. Sie erfuhren, dass der Kauf bestimmter Souvenirs – beispielsweise Produkte aus Krokodil- oder Schlangenhaut, Schmuck aus geschützten Tier- und Pflanzenarten oder Alkoholflaschen mit konservierten Tieren – den illegalen Wildtierhandel fördern können. Die Schüler:innen lernten in einem interaktiven Quiz, wie wichtig es ist, auf Reisen bewusste Kaufentscheidungen zu treffen und keine Produkte oder Dienstleistungen zu erwerben, die zur Gefährdung bedrohter Arten beitragen. Ein sehr eindrückliches Beispiel dafür ist der Social Media Trend mit Wildtieren Fotos zu machen, was zum Leid und massiven Rückgang des Plumpori Affen geführt hat. Insgesamt wurde durch den Workshop das Umweltbewusstsein der SchülerInnen und ihr Verantwortungsgefühl als Reisende nachhaltig gestärkt.
Papierrecycling, Schreddern und kreatives Gestalten mit Papier
Am Mittwoch führte das Programm die Teilnehmenden trotz strömenden Regens nach Hukvaldy, einen malerischen Ort, der vor allem als Geburtsort des berühmten Komponisten Leoš Janáček bekannt ist und von einer beeindruckenden Naturlandschaft umgeben wird.
In einem Workshop des Umweltzentrums EkoHubert entdeckten die Jugendlichen über ein Memoryspiel und ein interaktives Quiz auf dem Außengelände die Geschichte des Papiers. Dabei lernten sie traditionelle Herstellungsverfahren kennen und reflektierten über die Bedeutung eines nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen. In einem Video wurde die moderne Papierproduktion veranschaulicht: Wusstet ihr, dass Deutschland mit einer Recyclingquote von rund 80 % bei der Papierherstellung zu den Vorreitern zählt, während die Quote in Tschechien bei etwa 40 bis 50 % liegt?
Anschließend folgte der spannendste Teil des Workshops: Die Erasmus-Schüler:innen durften aus geschreddertem Altpapier ihr eigenes Papier herstellen. Mit viel Kreativität, Geduld und Begeisterung gestalteten sie individuelle Papierbögen.
Bei gutem Wetter werden dafür normalerweise Blumen aus dem Garten gesammelt und in das Papier eingearbeitet. Aufgrund des regnerischen Wetters mussten jedoch Servietten mit verschiedenen Motiven als Dekoration ausreichen.
Die letzten beiden Tage standen ganz im Zeichen von Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit. Durch verschiedene Workshops und praktische Aktivitäten setzten sich unsere Kerpener Schüler:innen gemeinsam mit ihren tschechischen Partner:innen intensiv mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, Recycling und Umweltschutz auseinander.
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