UPtoDATE präsentiert: Ostern heute und damals – Wie hätte es heute sein können?
21/05/2026
49 Tage nach Ostersonntag, genauer gesagt an Pfingstsonntag, endet die Osterzeit. Insofern ist es keineswegs zu spät, Leas lehrreiche, in die heutige Zeit übertragene Ostergeschichte zu lesen. Viel Spaß dabei!
Johlende Rufe erklangen von allen Seiten her und Jesus schaute in die freudigen Gesichter der Menschen, die sich hinter den Absperrungen der Polizei drängten. Mit Mühe versuchte diese, die immer größer werdenden Menschenmassen zurückzudrängen. Die Menge rief Jesus Namen und jeder versuchte, seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Tausende Menschen standen an der Straße und es wurden sogar mit Palmblättern gewedelt; einerseits ein weiterer Versuch, die Aufmerksamkeit von Jesus zu bekommen, aber auch um einen kühlen Ausgleich in der knallenden Hitze der Sonne zu schaffen. Unter den Geräuschen der Menschenmenge mischte sich das Klacken von Kameras und das Summen der zahlreichen Handys, die ebenfalls auf Jesus gerichtet waren. Von überall waren Wünsche verschiedener Menschen zu hören, vermischt mit dem ständigen Ausrufen der Namen von Jesus und seinen 12 Freunden: „Simon ich möchte ein Autogramm von dir!“ „Johannes, können wir ein Bild zusammenmachen?“ „Jesus du bist der G.o.a.t.!“
Die gesamte Aufmerksamkeit galt einzig und allein Jesus und seinen 12 Anhängern. Ihre Macht war greifbar und doch waren sie anders. Mit ihrer eher einfach gehaltenen Kleidung, die ganz anders war als die Kleidung, die sonst in den Sozialen Netzwerken gezeigt wurde, wirkten sie ganz normal. Normal wie jeder andere Mensch, so normal, dass es fast schon langweilig war. Doch bereits diese kleine Geste zeigte den Menschen, dass Jesus und seine Anhänger keineswegs besser waren als die Menschen in der Menge.
Doch so normal waren sie auch wieder nicht. Während ihrer Reise durch viele Städte halfen sie den Menschen und machten ihnen durch viele Taten Hoffnung in dieser von Gewalt geprägten Zeit. Doch auch sie waren nicht vor Taten von Menschen sicher, die meinten sie seien im Recht. Die Zahl der Attentate auf Personen, die im Rampenlicht stehen, schnellte in den letzten Monaten in die Höhe. Deswegen wurden die 13 Freunde dauerhaft von einem Security Team begleitet und trugen unter ihrer Kleidung kugelsichere Kleidungsstücke, die sie im Ernstfall schützen würden. Ebenfalls bekamen sie auch Unterstützung der Polizei, die die immer größer werdenden Menschenmengen, die gefüllt mit Fans von Jesus und seinen Anhängern waren, in Schach hielten.
Während um seine Aufmerksamkeit gejohlt wurde, schien Jesus diese zu ignorieren. Sein Blick fiel auf einen kleinen Jungen, der verzweifelt versuchte, ein Palmblatt hochzuheben, welches aber viel zu groß für ihn war. Durch die Personen hinter ihm wurde er immer weiter gegen die Absperrung gedrückt und sein Palmblatt riss und fiel zu Boden. Er schrie laut vor Schmerzen auf und wurde durch den schmalen Spalt unter der Absperrung durchgedrängt. Die Menge schubste immer weiter und der Junge hatte keine Chance, sich zu wehren. Er lag nun wenige Meter von Jesus entfernt auf dem staubigen Boden und rieb sich sein schmerzendes Knie. Jesus schritt auf ihn zu und beugte sich zu ihm runter. Jesus murmelte ein paar Worte, rieb ihm über sein Knie und der Junge lächelte zu ihm hoch.
Jesus stand auf und ging mit seinen 12 Anhängern weiter die Straße in die Richtung der untergehenden Sonne herunter. Sie ließen die jubelnde Menge hinter sich und machten sich auf dem Weg zu einem versteckten Haus eines Freundes, welches einen überwucherten Garten hatte. Sie sahen allerdings nicht die kleine Gruppierung an schwarz gekleideten Personen, die in einer schwach beleuchteten Gasse miteinander kommunizierten. Sie sahen auch nicht, dass einer von diesen Personen ein kleines Funkgerät herausholte und nur einen einzigen Satz in dieses hineinsprach: „Phase zwei kann nun beginnen, er befindet sich nun in der Stadt.“
Jesus versammelte sich gemeinsam mit seinen 12 Freunden zwei Tage nach ihrer Ankunft um ein großes Lagerfeuer, das sie gemeinsam im Garten errichtet hatten. Jesus erhob das Wort: „In letzter Zeit sind wir alle viel umhergereist und haben den Menschen ein Stück mehr Frieden und Hoffnung mit auf den Weg gegeben. Dennoch gibt es heute auch immer noch Personen, die in uns das Böse sehen. Die nicht einverstanden sind mit dem, was wir sagen und tun, weil wir ihre Macht gefährden. Doch obwohl mein Ende naht, wird euch nichts aufhalten. Zum großen Fest werden sie mich holen kommen, doch ihr werdet weiterleben. Verbreitet unsere Werte weiter und macht so die Welt ein Stück besser, so wie es immer unser Auftrag war. Wahrlich, ich sage euch, wo ihr eure Worte sprechen werdet, werden sie sich in den Köpfen der Menschen festsetzen und im Gedächtnis bleiben.“
Einige Zeit später war in einer dunklen Gasse abseits des Haupttrubels der Stadt ein Gespräch zwischen Judas, welcher ein Freund und Mitstreiter von Jesus war, und einem der dunkel gekleideten Menschen aus der Gasse zu hören:
„20!“
„40!“
„30 und keine Münze mehr! Mit eurem Herumgereise und eurer „Rettung der Welt“ begrabt ihr immer mehr die Macht des Präsidenten und der Regierung. Die Leute fangen an, alles zu glauben und lehnen sich gegen uns auf. Und du solltest froh sein, dass du in Ruhe gelassen wirst, im Gegensatz zu deinen Freunden und deinem Anführer.“
„Morgen Abend. Jesus plant wegen dem Fest etwas im Garten abends zu machen, ich werde die Türe öffnen und denjenigen, den ich küssen werde, der ist Jesus.
Und somit besiegelte Judas das Schicksal seines Freundes und Lehrmeisters und verriet ihn an die, die ihn tot sehen wollten.
Am ersten Festtag traf sich Jesus wieder mit seinen Freunden, der Verräter Judas war ebenfalls dabei und Jesus sprach erneut zu seinen Freunden: „Mein Ende ist nah, doch ich möchte ein nettes, letztes Abendessen gemeinsam mit euch verbringen. Bereitet es vor, so dass wir es alle genießen können.“ Leicht verwirrt und auch schockiert über seine Worte taten die 12 Freunde von Jesus dennoch, was dieser verlangte.
Am Abend war es also so weit, das Festessen stand an. Jesus erhob sich an der großen Tafel und sofort wurde es still im Raum. Alle Augen waren auf ihn gerichtet. Jesus nahm einen der Laibe Brot, die ihn den Körben auf dem Tisch lagen und sprach zu den versammelten Menschen: „Nehmt ein Stück dieses Brotes, dies symbolisiert meinen Körper.“ Er reichte das Brot weiter und griff nun den gefüllten Weinkelch und sprach weiter. „Nehmt diesen Wein als Zeichen meines Blutes, welches ich für die Taten vieler Menschen vergossen habe. Ich sage euch aber, dass ich von nun an nicht mehr Wein von dieser Pflanze trinke, erst wenn wir uns wiedersehen und in einer besseren Welt zusammenleben. Nun soll euch aber noch gesagt sein, dass selbst wenn der Hirte von seiner Herde getrennt wird, sich die Schafe zwar überall hin zerstreuen werden, doch am Ende wird der Hirte sie zurück in ihre Heimat führen.“
Und so erhob sich Jesus, blickte seinen Freunden, die ihn auf so vielen Wegen schon begleitet haben, in ihre fragenden Gesichter und erhob ein letztes Mal das Wort: „Nun mit meinem herannahenden Ende möchte ich ein letztes Mal zu meinem Vater sprechen.“ Und so traten Jesus und seine 12 Anhänger raus in die Dunkelheit des Abends und versammelten sich am Rande des großen, überwucherten Gartens.
„Nun wartet hier, bis ich zurückkomme. Ich werde zu meinem Vater beten. Jakobus, Petrus, Johannes ihr werdet mich begleiten.“ Sagte Jesus. Sofort machten sich die drei genannten Anstalten an Jesus zu folgen, doch sie wurden von den Worten der andern aufgehalten: „Stopp, geht nicht.“ „Wir machen uns zu große Sorgen, dass dir was passiert!“ „Warum sollen wir nicht mit?“ Jesus antwortete: „Vertraut mir so, wie ihr mir immer vertraut. Alles, was passiert, hat seinen Sinn und soll so geschehen. Wenn ihr mir vertraut, dann bleibt hier und wartet.“ Jesus drehte sich um, und schritt mit den drei Erwählten in die Tiefen der dunklen Nacht, ohne sich umzudrehen, so dass die anderen ihn gerade noch sehen konnten. Langsam und unbemerkt schlich sich der Verräter Judas davon. Nun sprach Jesus zu den dreien, die mit ihm gegangen waren: „Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tod. Bleibt hier und wacht mit mir.“ Und ohne auf ihre Antwort zu warten, trat er einige Schritte von ihnen weg und setzte sich auf den Boden. Mit dem Blick, in den von Sternen geprägten Himmel, fing Jesus an zu seinem Vater zu beten. Einige Zeit später stand er wieder auf und fand seine drei Begleiter schlafend vor. Genervt murmelte er: „Nicht eine Stunde konntet ihr mit mir wachen? Wacht nun mit mir. Der Geist ist zwar willig aber das Fleisch ist schwach, merkt euch das.“ Und nun ging Jesus wieder an die Stelle, wo er zuvor war, sah in den Himmel und betete erneut zu seinem Vater. Als er fertig war, fand er die drei wieder schlafend vor. Dieses Mal lies er die drei aber schlafen und ging ein drittes Mal, um zu seinem Vater zu beten. Nachdem er endgültig fertig war, ging er zurück zu den schlafenden Erwählten und weckte sie. Jesus sagte nun: „Steht auf und lasst uns gehen. Seht, nah ist derjenige der mich verraten hat.“ Und während er sprach, sah er die Taschenlampen und Waffen, die auf ihn gerichtet waren.
Der Verräter Judas trat auf seinen Lehrer, Freund und auch Anführer zu und küsste ihn. Jesus, leicht überrascht sah Judas an und rief: „Judas, wozu bist du gekommen?“ Nun schalteten sich die bewaffneten Soldaten ein und zielten mit den Waffen auf alle Anwesenden. Ihre Taschenlampen erhellten die vor Schreck erweiterten Gesichter der 11 Anhänger und die Panik, die sie spürten, war ihnen deutlich anzusehen. Drei bewaffnete Soldaten hielten ihre Maschinengewehre fest auf Jesus gerichtet und traten auf Jesus zu. Sie packten ihn gewaltvoll an seinen Schultern und legten ihn schwere Handschellen an und fesselten seine Beine. Einer der Soldaten stellte sich vor den gefesselten Jesus und las von einem Stück Papier etwas vor: „Jesus von Nazareth, hiermit nehme ich sie ihm Namen des Staates fest.“ Jesus wurde in die Richtung der geöffneten Türe gezehrt. Plötzlich war hinter ihm ein leiser Aufschrei zu hören und einer der Anhänger von Jesus, Simon, hatte sein Schwert gezogen. Mit dem Wissen wahrscheinlich im nächsten Moment zu sterben, zielte dieser auf das Ohr des bewaffneten Mannes und schnitt es mit einem Schwerthieb ab. Im nächsten Moment schien alles so schnell zu gehen. Der Maskierte schrie vor Schmerz und presste seine Hand auf die Stelle, wo früher sein Ohr gewesen war. Blut quoll aus der Wunde und lief in Strömen seine Hand herunter. Vor Schmerz brüllend taumelte er und sackte auf dem Boden zusammen. Mehrere Schüsse durchbrachen die Stille der Nacht und Simon fiel zu Boden, unverletzt. Die maskierten Soldaten setzten erneut zum Schuss an, doch da zerriss Jesus Stimme wieder die stille Nacht: „Stopp! Stecke das Schwert wieder zurück dahin, wo es hingehört. Denn alle, die das Schwert nehmen, werden durch das Schwert umkommen. Nehmt mich mit und verschont sie.“ Gehetzte Schritte unterbrachen die Stille der Nacht und Schüsse folgten kurz darauf in die Richtung der weglaufenden Männer. Ein Aufschrei erklang, doch die Schritte wurden immer leiser, bis ein Knarzen einer alten Tür erklang. Die Herde war nun von ihrem Hirten getrennt. Die Soldaten drückten Jesus ihren Waffenkolben in den Rücken und schoben ihn energisch vorwärts. Sie schubsten ihn in ein mit dunkeln Scheiben versehenes Fahrzeug und fuhren ihn weg.
Allein und nur mit zerrissener Kleidung bekleidet lag Jesus in einer schmutzigen Zelle. Wasser tropfte von den modrigen Wänden und ein beißender Gestank erfüllte die Luft. Langsam setzte er sich auf und lehnte sich an die feuchte Wand. Schrittweise kehrten die Erinnerungen an den gestrigen Tag zurück in Jesus Geist. Nachdem er von den Soldaten verhaftet worden war, wurde er in einen großen Raum gebracht. Dort wurde er auf einem Stuhl gefesselt, er wurde von Menschen angebrüllt, Zeugen kamen und gingen, doch die Qual schien nicht zu enden. Sie schlugen ihn mit Fäusten und allerlei Waffen ins Gesicht und auch sein Körper wurde nicht verschont. Sie zerrissen ihm die Kleidung, beschuldigten ihn Taten getan zu haben, die er nicht getan hatte, beschuldigten ihn ein Ketzer der modernen Welt zu sein und hörten bis spät in der Nacht nicht auf ihn zu quälen. Irgendwann wurde er zurück in seine Zelle gebracht und dort wie ein nasser Sack auf dem Boden zurückgelassen.
Am nächsten Morgen fand eine Versammlung statt an den alle hochrangigen Beamten teilnahmen. Der Präsident, ein Richter der Jesus Urteil bestimmte, sowie andere Minister, die lange auf diesen Moment gewartet hatten. Monatelang verfolgten sie, wie Jesus durch das Land reiste und durch seine Reden und Taten die Menschen dazu brachte, sich langsam gegen die Regierung zu wenden. Der Funke, ausgelöst durch den Zorn der Bürger, musste im Kern erstickt werden und deswegen stimmten alle Anwesenden für das Todesurteil von Jesus. Der anwesende Richter erklärte das Urteil für gültig und besiegelte somit das Schicksal von Jesus.
Um Ecken und Wege bekam Judas das Urteil mit. Dass Jesus sterben sollte, traf ihn hart. Er bereute seine Tat zutiefst und brachte die dreißig Münzen, die er für die Überlieferung von Jesus bekommen hatte, wieder zurück zu den Soldaten, die Jesus verhaftet hatten. Beim Weggehen brachte er, den Tränen nahe hervor: „Ich habe einen großen Fehler gemacht. Ich habe unschuldiges Blut überliefert und ich kann es nicht mehr rückgängig machen.“ Er rannte weinend zurück in das Haus, in dem er gemeinsam mit seinen Freunden die letzten Stunden zusammen mit Jesus verbracht hatte, und erhängte sich in dem Garten an einem Baum.
Der Tag brach an und Jesus wurde erneut gefesselt verschleppt. Der gleiche Wagen wie zuvor brachte ihn in zu einem großen Gerichtsgebäude. Die Soldaten zerrten ihn aus dem Wagen und sofort waren hunderte Stimmen zu hören. Kameras und Mikrofone wurden in seine Richtung gehalten und Reporter brüllten ihre Fragen laut umher. Von überall her hörte man: „Stimmen die Anschuldigungen, die ihnen gemacht wurden?“
„Was sagen sie dazu, dass sie vielleicht die Todesstrafe bekommen könnten?“
„Wo sind ihre Anhänger und was machen diese jetzt?“
Doch Jesus wurde weitergezehrt und hatte nicht die Möglichkeit zu antworten. Die Tür des Gerichtsgebäudes fiel mit einem lauten Knall ins Schloss und sperrte die Reporter aus.
Im Gerichtssaal fesselten sie ihn auf den Stuhl und die Soldaten positionierten sich an der Tür, jeder Versuch der Flucht war zwecklos. Der Richter stand von seinem Stuhl auf, der Rest des Saals erhob sich ebenfalls. Nun ergriff der Richter das Wort: „Bist du der König der Juden?“
„Du sagst es.“ Antwortete Jesus ihm.
Der Richter aber war mit dieser Antwort nicht zufrieden. Doch er fuhr fort und setzte an, um das am Morgen beschlossene Urteil von einem großen Blatt Papier vorzulesen. Währenddessen drehte sich eine Kamera und filmte direkt auf das Gesicht von Jesus und übertrug die Reaktion von ihm im gesamten Land. Überall, auf jedem angeschalteten Gerät war nun die Stimme des Richters zu hören, die das Urteil verkündete: „Jesus von Nazareth, hiermit verurteile ich sie zum Tode durch das Kreuz.“
Das Gesicht von Jesus zeigte keine Reaktion, weder als er das Urteil hörte, noch als er vom Stuhl befreit und mit zwei Gewehren im Rücken nach draußen geführt wurde. Die Reporter, die sich natürlich auf das Urteil stürzten und alles mitbekommen hatten, was in dieser kurzen Zeit passierte, standen immer noch vor der Türe und wollten alle Jesus Worte über das Urteil hören. Doch sie hatten wieder keine Chance den Jesus wurde wieder zurück in das Auto gezehrt und kaum saß er drin, fuhr das Auto schon los.
Das Ziel war aber nicht das Gefängnis mit der Zelle, sondern eine Bühne auf einem großen Platz. Eine große Menge an Menschen hatte sich schon vor der Bühne versammelt und wartete auf die Ankunft von Jesus. Mit quietschenden Reifen parkte das Auto hinter der Bühne und Jesus wurde wieder gewaltvoll herausgezehrt und über eine Treppe hinter der Bühne auf diese geschoben. Obendrauf stand bereits der Richter Pilatus, sowie ein Gefangener namens Barabbas, der ebenso wie Jesus von einer großen Anzahl an Soldaten bewacht wurde. Die Menge brüllte vor Vorfreude auf das Spektakel, das sich ihnen nun gleich bieten würde. Pilatus schnappte sich ein Mikrofon und brüllte seine Worte rein: „Ihr entscheidet, wen wollt ihr haben, Jesus oder Barabbas? Wollt ihr Barabbas, oder den Verräter Jesus? Ihr könnt entscheiden, jetzt oder nie.“ Die Menge brüllte bei Barabbas, zeigte so ihre Sympathie. Es war ganz klar, sie wollten das Jesus stirbt. Die Regierung hatte ganze Arbeit geleistet, denn jeder der Anwesenden hatte eine beachtliche Anzahl an Münzen versprochen bekommen, wenn sie für Barabbas stimmten. Alle, die nicht hier am Platz waren, konnten es sich über die Liveübertragung anschauen, die im gesamten Land gesendet wurde. All das war von Anfang an geplant gewesen, um den Tod von Jesus zu gewährleisten. Die Rufe des Volks wurden lauter, zusammen riefen sie: „Tod dem Verräter, kreuzigt ihn!“
Die Soldaten setzten Jesus eine Dornenkrone auf, die sich sofort in sein Fleisch grub und Blut floss sein Gesicht herunter. Er wurde gepackt und die Treppe herunter geschubst, in den dreckigen Boden. An der Rückseite der Bühne stand ein schlichtes, einfaches Holzkreuz, das während der kurzen Ansprache von Pilatus dort hingestellt wurde. Bevor Jesus nämlich gekreuzigt wurde, musste er das Kreuz selbst zum Hügel Golgatha tragen, welcher kurz hinter dem Stadt Eingang lag. Die Straße, wo er noch vor wenigen Tagen von der Menge gefeiert worden war, war wieder von Menschen gesäumt. Sie alle sahen sich den Todesmarsch von ihm an und erfreuten sich daran. Nun waren die Soldaten wieder da und sie schlugen mit einer Peitsche auf Jesus ein, trieben ihn so voran.
Den gesamten Weg war Jesus gezwungen, das massive, schwere Holzkreuz zu tragen. Stolperte er, wurde er geschlagen und war gezwungen weiterzugehen. Hinter den Absperrungen standen die Menschen, die die ihn vor wenigen Tagen noch verehrt haben, jetzt beschimpften sie ihn und erfreuten sich an seinem Leid. Tausende Handys und Kameras waren auf ihn gerichtet, und eins war klar: die Medien würden seinen Tod bis aufs letzte bisschen ausschlachten, um Profit zu machen.
Nach einem schier endlosen Marsch erreichte Jesus den Hügel Golgatha. Dort standen bereits zwei weitere Kreuze, an denen zwei Räuber für ihre Taten hingen. Das Kreuz wurde auf den Boden gelegt und Jesus wurde angewiesen, sich auf dieses zu legen. Seine Hände wurden mit Seilen festgebunden und zwei Soldaten schnappten sich jeweils einen Spitzen Metall Stab und einen Hammer. Sie hockten sich neben die Hände von Jesus und setzten die Metall Stäbe auf seinen Händen an. Gleichzeitig erhoben sie den Hammer und hämmerten die Stäbe durch die Hände von Jesus. Kein Aufschrei war zu hören, doch Jesus Haut wurde merklich blasser und der Schweiß perlte von seiner Stirn. Das Blut fing an aus seinen Händen zu tropfen und floss vom Holz des Kreuzes auf den staubigen Boden des Hügels. Nun ging einer der Soldaten zu den Füßen von Jesus und wiederholte das gleiche Verfahren dort. Als die Stäbe fest im Fleisch steckten wurde das Kreuz aufgerichtet und im Boden festgemacht. Jesus hing dort, verletzt und verlassen von seinen Freunden und wartete auf seinen Tod.
Einige Zeit später befestigten die Soldaten auf einem Stock einen Krug, der gefüllt war mit einem Wein, der mit Galle vermischt war. Jesus probierte den Wein doch weigerte, sich ihn danach auszutrinken. Die gesamte Zeit saß die Soldaten unter dem Kreuz und bewachten ihn. Ihre Maschinengewehre lagen direkt neben ihnen, um jeden Aufstand direkt niederzustrecken. Jesus war dem Spot der Soldaten ausgesetzt, über die gesamte Zeit. Sechs Stunden nach der Kreuzigung wurde es plötzlich stockdunkel. Drei Stunden sah man fast nichts mehr, kein Licht existierte mehr. In dieser Zeit betete Jesus wieder zu seinem Vater: „Oh Vater, Oh Vater warum hast du mich verlassen?“ Stunden vergingen und es wurde Abend. Maria Magdalena, die Mutter von Jakobus und Josef sowie Maria, die Mutter der Söhne des Zebedäus kamen zum Kreuz und sahen den toten Körper von Jesus. Sie hatten Jesus geholfen und beweinten ihn um sein ableben.
Am späten Abend kam ein reicher Arimathäa mit dem Namen Josef. Er hatte ebenfalls Jesus oft unterstützt und verlangte von dem Soldaten und Pilatus den toten Körper von Jesus. Er bekam ihn auch, eingewickelt in ein weißes Tuch. Diesen fuhr er ihn einen nahegelegenen Wald zu einer Höhle. Der Körper wurde in ihr drapiert und er zündete mehrere Kerzen an, die er neben den Leib legte. Mit der Hilfe von einigen Freunden verschloss er die Höhle mit einem runden Stein und ließ Maria Magdalena und Maria weinend vor dem Grab zurück.
Der Morgen brach an. Die ersten Menschen versammelten sich vor der verschlossenen Höhle, um Fotos mit der letzten Ruhestätte von Jesus zu machen. Der Tag verging und Menschen kamen und gingen. Die Sonne ging auf und unter. Zum ersten Mal trat Ruhe an Jesus Grab ein, doch diese wurde von dem ankündigten Rumpeln eines Erdbebens gestört. Minutenlang bebte die Erde, Tiere sprangen durchs Unterholz, Bäume fielen knackend auf den Boden. Der Stein, der vor die Höhle gerollt wurde, löste sich und zerschellte auf dem Boden. Nun war die Höhle offen, Jesus Körper lag auf dem Boden, die Kerzen waren ausgegangen. Leicht hob und senkte sich seine Brust, die Wunden an Händen und Füßen heilten.
Maria und Maria Magdalena machten sich zwei Tage nach dem Tod von Jesus wieder auf zum Grab. Sie brachten neue Kerzen und Blumen mit sich, da die alten gestohlen und zerstört wurden. Doch während sie auf dem Weg zur Höhle waren, sahen sie die umgekippten Bäume in den Stein, der in mehrere Teile auf dem Boden zerbrochen war. Sie eilten mit schnellen Schritten zum Höhleneingang und blickten in die geöffnete Höhle hinein. Die Höhle war leer, auf dem Boden zeichneten sich Blutflecken ab, welche nach draußen führten. Schockiert sahen die beiden sich um, doch Jesus war nirgendwo zu sehen. Plötzlich hallte das Klingeln eines Handys durch die Höhle. Maria nahm den Anruf entgegen und schaltete auf Lautsprecher. Jesus Stimme hallte von den Wänden: „Seid gegrüßt. Fürchtetet euch nicht! Findet meine Freunde und schickt sich nach Galiläa. Dort werden sie mich finden.“