Vive l’amitié franco-allemande!
12/07/2026
Letzte Woche hatte ich die Möglichkeit, für 6 Tage einen Individualaustausch in Suresnes zu machen. Ich wohnte dabei bei meiner Gastfamilie und habe für vier Tage ein französisches Collège besuchen können, welches die Klassenstufen 6-9 umfasst. Zusammen mit meinen Austauschpartner habe ich den Unterricht der Klasse 5ieme 1 (7.1) mitverfolgt und konnte mich dabei teilweise sogar beteiligen.
Dabei wurde deutlich, dass sich manche Dinge gar nicht so sehr unterscheiden, während andere Dinge gänzlich anders sind. In vielen Fächern waren die Unterrichtsinhalte mit unseren in Deutschland vergleichbar. Für alle Liebhaber der Mathematik und Informatik kann ich bestätigen, dass es sich um universelle Sprachen handelt, die man in jedem Land gleich gut verstehen kann. Bemerkenswert fand ich, dass im Musikunterricht regelmäßig gesungen wird.
Ein großer Unterschied ist, dass man sich jeden Morgen sowie nach jeder längeren Pause nach Klassen getrennt in Zweierreihen aufstellen und warten musste, bis die Lehrkraft kam und die Klasse abholte. Oftmals mussten sich die Schüler:innen auch nochmal vor dem Klassenraum (geordnet) aufstellen, bis die Lehrkraft alle mit einem „Entrez“ (Tretet ein!) hereinbat.
Die französischen Schüler:innen waren sehr nett zu mir und da die Schule im Vergleich zu unserer auch recht klein ist, fiel es auch sofort auf, dass ich „neu“ war. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich bereits am ersten Tag eingeladen wurde, mich beim Mittagessen zu ein paar Mädchen zu setzen. Ein weiterer großer Unterschied war auch, dass man während des Essens die Hand heben musste, um sich entweder die Karaffe mit Wasser auffüllen zu können oder um zum Abräumen aufzustehen. Die Möglichkeit, Schüler:innen nachsitzen zu lassen, ist auch etwas, was wir von unserer Schule in Deutschland nicht kennen.
Meine Besuchswoche ist ziemlich schnell vorbeigegangen. Bei einem kleinen Spaziergang mit der Gastmutter und meinem Austauschpartner haben wir den „cimetière américaine“ in Suresnes besucht, welcher der einzige Friedhof in Europa ist, wo Soldaten aus beiden Weltkriegen begraben sind.
Am Wochenende sind wir mit den Fahrrädern nach Paris reingefahren und haben in der Nähe von Les Invalides unsere eingepackten Brote verzehrt. Leider hatten wir auf der Rückfahrt einen Platten. Netterweise hat ein Mann angehalten und seine Hilfe angeboten; das Klischee der vielbeschäftigten Franzosen, hat sich damit widerlegt. Half aber trotzdem nichts, der Weg zum nächsten Fahrradladen blieb nicht erspart. Nach der ausgedehnten Fahrradtour waren wir dann am späteren Nachmittag noch bei einer Vereinsfeier meines Austauschschülers, wo wir auch eine sehr angenehme Zeit hatten.
[#gallery view:gallery path:/medien/2025_2026/2026_07_12_tessaalp]