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Teil 2: Der Ursprung der zivilen Gesellschaft

01/10/2026

Der Ursprung der zivilen Gesellschaft

Wer hat die Gesellschaft ins Leben gerufen? Rousseau sagt, der Mensch, der als Erster ein Stück Land abgrenzte und behauptete, es gehöre ihm. Dass andere ihm das glaubten, machte ihn zum eigentlichen Begründer der zivilen Gesellschaft. Für Rousseau ist dieser Mensch der Begründer der zivilen (bürgerlichen) Gesellschaft. Mit dem Eigentum begannen für ihn auch viele Verbrechen, Kriege und viel Leid, die es zuvor nicht gab.

Das Leben vor dem Eigentum

Zum Vergleich beschreibt Rousseau den Menschen im ursprünglichen Zustand. Er ist weder so unwissend wie ein Tier noch so verdorben wie der Mensch in der Gesellschaft. Sein Instinkt und seine Vernunft helfen ihm vor allem dabei, sich vor Gefahren zu schützen. Das natürliche Mitgefühl hilft ihm, anderen nicht ohne Not zu schaden, auch wenn er selbst Schaden erlitten hat. Rousseau stützt sich auf Locke: Wo es kein Eigentum gibt, kann auch kein Unrecht geschehen.

Wie aus Besitz Eigentum wird

Eigentum entsteht durch Arbeit. Wer am Feld arbeitet, darf bis zur Ernte ein Recht auf den Ertrag haben. Von Jahr zu Jahr wird daraus auch ein Anspruch auf den Boden. So wird aus dem Besitz auf Zeit dauerhaft Eigentum.

Wenn Unterschiede wachsen

Menschen könnten nur gleich bleiben, wenn sie dieselben Fähigkeiten hätten. Das ist nicht der Fall: Der eine ist stärker, der andere geschickter, der dritte erfinderischer. Zwei Menschen können gleich viel arbeiten und trotzdem hat der eine mehr erreicht, während der andere gerade so überlebt. So wird die natürliche Ungleichheit durch das Zusammenleben zu einer gesellschaftlichen Ungleichheit. Die Unterschiede werden größer, fester Bestandteil und bestimmen schließlich das Leben des Einzelnen. Am Ende entsteht eine Trennung in Reich und Arm. Danach bestimmen Besitz, Macht, Schönheit, Kraft oder Talent, welchen Rang jemand hat. Man muss sie haben oder vortäuschen. Dadurch werden Sein und Schein zu zwei verschiedenen Dingen. Daraus entstehen zum Beispiel Angeberei und Betrug.

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