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Tag 3 – ERASMUS+ auf den Spuren des Klimawandels am Dachsteingletscher

15/10/2026

Am dritten Tag unserer ERASMUS+-Woche stand ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm: der Besuch des Hallstätter Gletschers. Mit einer Mächtigkeit von rund 40 Metern ist er der größte Gletscher des Dachsteinmassivs – und ein wertvolles Untersuchungsobjekt für die Folgen des Klimawandels.

Gemeinsam mit unseren österreichischen Partnern machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zur Talstation der Gondelbahn. Schon den ganzen Vormittag hatte es kräftig regnet. Im strömenden Regen stiegen wir gemeinsam in die riesige Gondel, die von innen und außen so beschlagen war, dass man kaum 5m weit sehen konnte. So fuhren wir ohne Höhenorientierung bis zur Bergstation in rund 2.700 Meter Höhe.

Beim Aussteigen aus der Gondel peitsche uns eiskalter Regen bei einer Windgeschwindigkeit von ca. 60km/h ins Gesicht. Eigentlich hätte es in dieser Höhe schneien müssen, aber es war dafür mit 4°C zu warm.

Kurz entschlossen entschieden wir uns dafür, dass Mittagessen vorzuziehen, in der Hoffnung auf eine Wetterberuhigung. Doch auch nach dem Essen regnete es unaufhörlich und man riet uns dringend von unserem geplanten Weg über den Gletscher zur Seethaler Hütte ab. Also machten wir uns direkt an die Forschungsarbeit. Unser Ziel war es Höhenmarkierungen an Felsvorsprüngen zu finden, die bereits ein Jahr zuvor im Rahmen einer ERASMUS+-Vorexkursion angebracht worden waren. Anhand dieser Markierungen wollten wir die aktuelle Gletscherhöhe vermessen und damit Rückschlüsse auf die Schmelzgeschwindigkeit innerhalb eines Jahres ziehen.  
Am Gletscherfuß angekommen, erwartete uns ein wundervoller und gleichzeitig erschreckender Anblick. Das Eis ragte bläulich weiß empor aber überall sprudelte und rauschte es. Bäche von Wasser sammelten sich am Gletscher und stürzten Talwärts. Die Felsen sahen vollkommen anders aus als noch ein Jahr zuvor, da der Weg nun viel weiter Talabwärts verlief. Trotz langer Suche konnten wir keine der 4 Markierungen wiederfinden. Vermutlich befanden sich diese nun mehrere Meter über dem jetzigen Weg, der mehr einem Fluss glich als einem Gletscherweg. Die Eisfläche musste innerhalb eines Jahres um 3-5m zurückgegangen sein. Dies bestätigte uns auch die Bergwacht. Dieser Sommer hatte mit seinen hohen Temperaturen alle Vorausberechnungen zur Gletscherschmelze widerlegt. Vermutlich sei der gesamte Gletscher bereits in 20 Jahren verschwunden, 10 Jahre früher als man noch vor einigen Jahren angenommen hatte.

Für unsere Schüler:innen wurde damit unmittelbar sichtbar, was sonst häufig nur in Zahlen, Diagrammen oder Nachrichtenmeldungen erscheint: Der Klimawandel verändert unsere Landschaft direkt vor unseren Augen. Natürlich gibt es verschiedene Faktoren, die das Abschmelzen eines Gletschers beeinflussen. Die Fachleute vor Ort machten jedoch deutlich, dass die gegenwärtige Klimaerwärmung die entscheidende Ursache für den langfristigen Rückgang der Alpengletscher sei.

Weitgehend durchnässt, kämpften wir uns durch den Schnee wieder zur Bergstation und dort über eine Hängebrücke zu einer der bekanntesten Attraktionen des Dachsteins: dem faszinierenden Eispalast. Tief im Gletschereis hatte man Gänge gebohrt und Skulpturen aus dem Eis geschlagen. Vermutlich ist diese Attraktion in weniger als 4 Jahren geschmolzen und nur noch das nackte Gestein wird an diesem Ort existieren. 
Dieser Tag hat uns eindrücklich gezeigt: Klimaforschung findet nicht nur im Labor oder am Computer statt. Manchmal muss man selbst hinaufsteigen, messen, beobachten und mit eigenen Augen sehen, um die Dimensionen des Klimawandels wirklich zu begreifen.

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