Tag 2 & 3 – Inklusion, Begegnung und Kulturerbe
01/10/2026
Die kroatische ERASMUS+-Koordinatorin, Marina Mandic, leitete am Dienstag zum nächsten Workshop mit dem Thema Inklusion über.
Jelena und Neno, die für die kroatischen SchülerInnen mit besonderem Förderbedarf verantwortlich sind, führten vertiefter in das Thema ein. Sie haben uns gezeigt, wie Inklusion im Schulalltag funktionieren kann.
Die Schule hat insgesamt drei Förderklassen:
- eine Klasse mit 5 SchülerInnen,
- eine Klasse mit 2 SchülerInnen,
- eine Klasse mit 4 SchülerInnen.
Die SchülerInnen werden von persönlichen AssistentInnen sowie SonderpädagogInnen begleitet. Die Förderbedarfe richten sich ganz individuell zum Beispiel an SchülerInnen mit Autismus, geistiger Behinderung, Cerebralparese, ADHS oder Lernschwierigkeiten wie Legasthenie.
Diese SchülerInnen werden regelmäßig in Schulprojekte, Ausflüge und andere gemeinsame Aktivitäten integriert.
Auch am Dienstag stand das gemeinsame Arbeiten im Mittelpunkt. Alle Erasmus-SchülerInnen wurden dazu in fünf internationale Gruppen eingeteilt, wobei jeweils eine Schülerin mit Behinderung in einer Gruppe bei einem Musikprojekt mitarbeitete.
Es ging darum, einen einfachen Kinderliedtext zu verbildlichen, um ihn später gemeinsam zu Musik auf kroatisch zu singen.
Zunächst hörten die SchülerInnen ein bekanntes Kinderlied zu Kroatien auf Kroatisch, welches von Jelena für unsere SchülerInnen auf Englisch übersetzt wurde.
Als visuelle Unterstützung wurde der Liedtext in Bildern dargestellt. Die einzelnen Teile des Liedtextes sollten danach ausgeschnitten und auf ein gemeinsames Poster aufgeklebt werden.
Zum Abschluss konnte jeder etwas malen – etwas, das ihm selbst gefällt oder das ihn durch das Lied inspiriert hat.
So wurde aus einer einfachen kreativen Aktivität eine schöne Erfahrung von Teilhabe, gemeinsamer Arbeit und gelebter Inklusion.
Der Bedarf an Unterstützung für SchülerInnen mit besonderem Förderbedarf steigt in Korčula derzeit besorgniserregend. Gleichzeitig reichen die personellen Ressourcen der Schule nicht aus. Auf der Insel selbst gibt es keine Sonderschule; eine entsprechende Einrichtung befindet sich erst in Zagreb.
Die Leitlinien für den Inklusions-Unterricht sind sehr allgemein gehalten, da die LehrerInnen der Förderklassen ganz individuell auf jedes einzelne Kind eingehen und häufig eigenes Lernmaterial erstellen müssen. Prüfungen und allgemeine Lernziele sind für diese Kinder nicht festgelegt, nur, dass sie bis zum 21. Lebensjahr in der Grundschule bleiben und nach Altersspannen den Jahrgangsstufen zugeordnet werden.
Die Begegnung mit den körper- und/oder geistigbehinderten Menschen war für manche Erasmus+-TeilnehmerInnen durchaus herausfordernd.
Im Anschluss an den Inklusions-Workshop erkundeten wir bei einer Stadtführung durch die Schulleiterin selbst die Geschichte Korčulas und erfuhren viel über die Altstadt, die Burg und den Entdecker Marco Polo auf seiner Reise über die Seidenstraße. Insgesamt war es wieder ein schöner und interessanter Tag.
Dubrovnik – UNESCO – Weltkulturerbe
Der Ausflug am Mittwoch, 30.9., führte uns nach Dubrovnik, wo wir nach einer etwa dreistündigen Busfahrt gegen 11 Uhr ankamen. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der historischen Stadtmauer und Altstadt, die auch als Filmkulisse für die Serie „Game of Thrones“ diente. Von der Stadtmauer aus hatten wir eine beeindruckende Aussicht auf die Altstadt und das Meer. Dubrovniks historische Altstadt gehört ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist für ihre gut erhaltene Stadtmauer bekannt.
Anschließend besuchten wir ein Museum mit einer abwechslungsreichen Ausstellung. Zu sehen waren unter anderem ausgestopfte endemische Tierarten. Unter dem Aspekt der Bio-Mimikri wurden technische Gegenstände ausgestellt wie eine alte Schreibmaschine, ein antiker Plattenspieler und ein Computer mit Maus, die im Design Ähnlichkeiten zu Pflanzen oder Tieren aus der Natur aufzeigen.
Zum Schluss blieb noch ein bisschen Zeit, Dubrovnik auf der Suche nach Souvenirs in Kleingruppen eigenständig zu erkunden, bevor es wieder zurück auf unsere Insel Korčula ging.
Die Schönheit der Adriaküste und die historischen Orte haben uns während dieser Tage sehr beeindruckt. Noch mehr aber hat uns die engagierte und zielgerichtete Arbeit der Schule begeistert.
Schon jetzt nehmen wir viele wertvolle Eindrücke und Ideen mit nach Hause und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.
[#gallery view:gallery path:/medien/2026_2027/2026_10_01_kroatien/]